Leimholz & Massivholz

Über 40 Holzarten als Platte, Dreischicht oder Massivholzplatte.

Was sind Massivholzplatten?

Massivholzplatten entstehen aus schmalen Lamellen, die an den Schmalseiten miteinander verklebt werden. Was dabei herauskommt, ist ein Plattenwerkstoff, der aber durch und durch aus Vollholz besteht — anders als Span- oder Faserplatten, bei denen das Holz zerkleinert wird.

Zwei Unterscheidungen bestimmen Preis und Aussehen. Erstens der Aufbau: Bei der Einschichtplatte liegen alle Lamellen in einer Ebene und derselben Faserrichtung. Bei der Dreischichtplatte wird eine Mittellage quer zu den beiden Decklagen eingelegt — sie wirkt wie eine Bremse gegen das Arbeiten und macht die Platte deutlich formstabiler.

Zweitens die Lamellen selbst: durchgehend von Kante zu Kante oder in der Länge keilgezinkt. Durchgehende Lamellen ergeben das ruhigere Bild und kosten mehr; keilgezinkte nutzen kürzere Abschnitte und zeigen die typischen Zinkenmuster.

Vorteile

  • Massivholzoptik in Plattenform. Durchgehende Maserung über große Flächen, ohne aus einem Stück gearbeitet werden zu müssen.
  • Große Formate ohne Verzug, die aus gewachsenem Holz so nicht herstellbar wären.
  • Schleif- und ölbar. Die Oberfläche lässt sich immer wieder aufarbeiten — über Jahrzehnte.
  • Reparierbar. Kratzer und Druckstellen lassen sich ausschleifen, weil kein Furnier darunter liegt.
  • Formstabiler als eine verleimte Vollholzplatte, besonders im dreischichtigen Aufbau.
  • Große Auswahl an Holzarten und Sortierungen, von ruhig und astfrei bis bewusst rustikal.
  • Sichtbar einsetzbar, auch an Kanten — Umleimer sind nicht nötig.

Nachteile

  • Teurer als Span-, MDF- oder beschichtete Platten. Für Untergründe, die niemand sieht, lohnt sich der Aufpreis nicht.
  • Das Holz arbeitet weiter. Massivholzplatten reagieren auf das Raumklima; in der Breite müssen sie sich bewegen dürfen.
  • Leimfugen und Keilzinken bleiben sichtbar. Je nach Qualität mehr oder weniger — vor der Bestellung anschauen lohnt sich.
  • Feuchteempfindlich. Ohne dichte Oberfläche und geschützte Kanten quillt und schüsselt die Platte.
  • Schwer. Große Formate sind allein kaum zu handhaben.
  • Nicht ohne Weiteres tragend. Für konstruktive Aufgaben braucht es Nachweise, die eine Möbelplatte nicht mitbringt.
  • Farbunterschiede zwischen Lieferungen. Nachbestellungen passen optisch nicht immer zum vorhandenen Bestand.

Einsatzbereiche

  • Möbelbau: Korpusse, Fronten, Regalböden
  • Tischplatten, Theken und Arbeitsflächen
  • Treppenstufen und Setzstufen
  • Fensterbänke und Abdeckungen
  • Wand- und Deckenbekleidungen im Innenausbau
  • Ladenbau und Messebau
  • Einbauschränke und Nischenlösungen nach Maß

Wo man Massivholzplatten besser vermeidet

  • Nassbereiche. Spritzwasser, Dauerfeuchte und ungeschützte Kanten vertragen sich nicht mit Vollholz.
  • Außenbereich. Die Verklebung von Möbelplatten ist für Innenräume ausgelegt, nicht für Bewitterung — dort gehört Terrassenholz hin.
  • Unsichtbare Untergründe. Wo eine Span- oder MDF-Platte dieselbe Aufgabe erfüllt, ist Massivholz Geldverschwendung.
  • Starr eingespannte Einbauten. Wird der Platte die Bewegung in der Breite genommen, reißt sie oder drückt die Konstruktion auseinander.
  • Räume mit stark schwankendem Klima, etwa selten beheizte Ferienhäuser oder Wintergärten.
  • Tragende Bauteile. Dafür gibt es Brettschichtholz, Furnierschichtholz oder Brettsperrholz.