Warum die Unterkonstruktion über die Lebensdauer entscheidet
Bei einer Terrasse schaut jeder auf den Belag. Kaputt geht aber fast immer das, was darunter liegt. Eine Diele mit jahrzehntelanger Garantie auf einer Lattung aus Fichte ist eine Fehlplanung — nach acht bis zwölf Jahren federt der Boden, und dann muss die komplette Fläche runter, obwohl der Belag noch tadellos ist.
Das Problem ist konstruktiv, nicht handwerklich. Die Unterkonstruktion liegt bodennah, oft im Spritzwasser, häufig ohne Abtrocknungsmöglichkeit nach unten. Sie ist damit der am stärksten beanspruchte Teil der ganzen Konstruktion — und der einzige, an den man später nicht mehr herankommt, ohne alles auszubauen.
Eine Terrassenunterkonstruktion ist so wichtig wie das Fundament eines Hauses. Wird dort nicht sauber gearbeitet, treten im Verlauf der Nutzung Probleme auf, die gefährlich und teuer werden.
Die drei Profile
UKAL besteht aus Aluminiumprofilen in drei Bauhöhen, alle 45 mm breit und 4 m lang. Die Höhe richtet sich nach dem Aufbau, nicht nach dem Belag — alle drei tragen Holz- und WPC-Dielen ebenso wie Stein- und Keramikplatten.
| Profil | Maße | Länge | T-Verbinder | Wofür |
|---|---|---|---|---|
| U 23/45 | 45 × 23 mm | 4 m | 16 mm | Renovierungsprofil für niedrige Aufbauhöhen |
| U 38/45 | 45 × 38 mm | 4 m | 30 mm | Der Allrounder für den Regelfall |
| U 85/45 | 45 × 85 mm | 4 m | 77 mm | Überbrückung großer Fundamentabstände |
Alle drei sind beidseitig nutzbar — eine Seite mit Schraubkanal, eine mit glatter Oberfläche. Die Profile lassen sich untereinander koppeln, und über die System-Winkel entstehen T-Verbindungen für feste Verstrebungen. Auf Wunsch sind die Profile auch in Schwarz lieferbar.
Der Schraubkanal — der praktische Unterschied
Im Profil sitzt ein durchgehender Schraubkanal. Damit lässt sich fast jeder marktübliche Clip für H-Nut-Dielen mit einer M4-Gewindeschraube befestigen — ohne Vorbohren. Das ist der Grund, warum UKAL nicht an ein bestimmtes Belagssystem bindet: Was an Clips schon im Betrieb liegt, lässt sich weiterverwenden.
Die Breite von 45 mm hat ebenfalls einen praktischen Hintergrund: Auf dieser Auflagefläche lassen sich HPL-Dielen sicher kleben.
Kein Systemzwang
UKAL braucht keine Spezialkomponenten wie systemeigene Stellfüße, auf denen die Streben abgelagert werden müssen. Der Rahmen kann frei gebaut und auf allen handelsüblichen oder vor Ort schon vorhandenen Punktfundamenten verlegt werden. Streben lassen sich in jedem Winkel und Abstand setzen — dort, wo man sie braucht, nicht dort, wo das System sie vorsieht.
Die Stelzlager
Die zweite Hälfte des Systems sind justierbare Stelzlager. Sie tragen die Profile, gleichen Höhenunterschiede aus und schaffen den Luftraum, ohne den keine Terrasse dauerhaft trocken bleibt.
| Einstellhöhen | 11 bis 470 mm, stufenlos über Gewindemechanismus |
|---|---|
| Gefälleausgleich | bis 7 % (4°) über die Gefälleausgleichscheibe |
| Traglast | bis 1,2 Tonnen pro Fuß |
| Kopfdurchmesser | 130 mm — passend für alle Balkengrößen |
| Bodendurchmesser | 200 mm, durchgehend ohne Loch, über 300 cm² Auflagefläche |
| Material | verstärktes Polypropylen, säure- und laugenbeständig, UV-stabil |
| Temperaturbereich | −35 °C bis +60 °C |
| Bedarf | Faustformel 4 bis 5 Füße je m², abhängig von Balkenabstand und Bausituation |
| Recycling | 100 % recycelbar |
Der durchgehende Bodenteller
Das ist der Punkt, an dem sich Stelzlager unterscheiden. Viele Fabrikate haben ein Loch im Boden oder kleinere Teller. UKAL-Füße haben einen durchgehenden Boden mit 200 mm Durchmesser und über 300 cm² Auflage.
Praktisch heißt das: Der Fuß kann ohne zusätzliches Pad oder Bodenplatte direkt auf gefestigten Naturboden, Rasen, Kies, verdichteten Untergrund oder auf alle Dachfolien gestellt werden. Gebogene Soft-Ränder am Fuß sorgen zusätzlich dafür, dass sich das Lager unter Last nicht in Dachbahnen einschneidet.
Die Traglast ist nicht geschätzt: In Druckversuchen an der Technischen Universität Diepholz erreichte der Stellfuß in acht Versuchen zwischen 1 und 1,2 Tonnen.
Adapter und Zubehör
- Adapter 50 und 100 mm — zum individuellen Verlängern oder Verkürzen der Füße
- Gefälleausgleichscheibe — gleicht ein vorhandenes Gefälle aus oder stellt gezielt eines bis 7 % ein
- Clever Click Adapter — befestigt Alusysteme auf den Stelzlagern ohne Schrauben
- Ausgleichspad 200 × 200 × 5 mm mit Aluminiumkaschierung und integriertem Rutsch- und Trittschutz, gleicht Unebenheiten wie Nähte auf Dachbahnen aus
- Schallschutzpad „Clever Sound“ 200 × 200 × 15 mm — Trittschallminimierung bis 35 dB nach DIN ISO 10140
- Plattenhalter — bringt Beschwerungsplatten ins System, etwa zur Soglastensicherung auf Dachterrassen; derselbe Halter dient als Bodenanker, wenn fest verschraubt werden soll
- Fugendichtungen aus TPE mit Gewebefaden, für Holz- und WPC-Dielen mit 5 bis 7 mm Nutbreite, in Dunkelbraun, Hellbraun, Hellgrau und Schwarz
- Gummigranulat-Pads, auch alukaschiert — als Unterlage, Höhenausgleich und Schutz; rechteckig, damit Wasser bei punktueller Verlegung in alle Richtungen abfließt
Holzkonstruktionsschutzleiste
Wer die Unterkonstruktion doch aus Holz baut, sollte sie wenigstens abdecken. Die flexible PVC-Schutzleiste kommt von der Rolle, ist 1,25 mm stark und lässt sich mit der Schere ablängen. Eingebrachte Scharniere machen sie von Hand auf Balkenbreite knickbar; seitliche Nasen leiten das Wasser von der Balkenoberfläche nach unten ab.
Lieferbar in 85 mm Breite für Balken von 30 bis 50 mm und in 115 mm für Balken von 50 bis 80 mm. Das Material ist bleifrei und ohne Weichmacher, UV-stabil, frost- und nässeunempfindlich, und lässt sich schrauben, nageln, kleben und tackern. Der Effekt: Die Holzfeuchte in der Unterkonstruktion sinkt dauerhaft.
Konstruktionsprofile für den Sonderbau
Neben den Unterkonstruktionsprofilen gibt es die UKAL Konstruktionsprofile im Querschnitt 45 × 45 mm. Mit konfektionierten Systemverbindern — Winkeln, Kopplungen, Gelenken — lassen sich daraus Konstruktionen bauen, die es fertig nicht zu kaufen gibt: Treppen, Rampen, Outdoormöbel, Poolumrandungen, Aufständerungen und Unterbauten im Garten wie Hochbeete.
Die Gelenkverbinder sind eigens für Sonderausführungen konstruiert — unter anderem für gebogene Dielen. Damit lassen sich geschwungene Terrassenkanten auch in der Unterkonstruktion sauber abbilden.
Vorteile
- Unverrottbar. Aluminium ist gegen jede Art von Feuchtigkeit beständig — keine Chance für Pilze und Schimmel, keine Gebrauchsklassen-Diskussion.
- Formstabil und verwindungsfrei. Kein Quellen, kein Schrumpfen, dadurch kein Nachziehen von Schrauben und keine wandernden Fugen im Belag.
- Preisniveau hochwertiger Holz- und WPC-Balken, mit allen Vorteilen von Aluminium.
- Einfache Montage ohne Schulungsaufwand. Verbindungsteile werden nur geschraubt, das verkürzt die Montagezeit.
- Wenige Systemteile: Profile, Streben, Winkel, Kopplungen, Plattenhalter, Stelzlager. Mehr braucht es nicht.
- Leicht. Auf Dachterrassen mit Gewichtsbeschränkung ist das oft die Bedingung, nicht der Nebeneffekt.
- Perfekter Wasserablauf und gute Unterlüftung durch das Aufstelzen — dadurch keine Frostschäden.
- Hoher Laufkomfort mit Geh-, Rutsch- und Trittschallminimierung.
- Made in Germany.
Grenzen und was zu beachten ist
- Wärmedehnung. Aluminium dehnt sich stärker als Holz. Bei langen, durchlaufenden Feldern gehören Dehnfugen ins Konzept.
- Kontaktkorrosion. Aluminium verträgt sich nicht mit jedem Metall. Befestigungsmittel und Auflager müssen dazu passen.
- Soglasten auf Dachterrassen sind ein eigenes Thema. Dafür gibt es den Plattenhalter — er muss aber geplant und nicht improvisiert werden.
- Die Anzahl der Stelzlager ist keine feste Größe. Vier bis fünf pro Quadratmeter ist eine Faustformel; maßgebend sind Balkenabstand, Belastbarkeit des Balkens und die Bausituation. Bei tragenden Aufbauten gehört eine Statik dazu.
- Optik. Wo die Unterkonstruktion seitlich sichtbar bleibt, sollte eine Blende eingeplant werden — oder man wählt gleich die schwarze Ausführung.
- Datenstand. Die technischen Angaben stammen aus dem Herstellerprospekt in der Fassung von 2019. Vor der Ausschreibung fragen wir die aktuellen Werte für dich ab.
UKAL und Trex
Beide Systeme kommen aus demselben Haus und sind aufeinander abgestimmt. Das ist der Grund, warum wir sie zusammen anbieten und nicht einzeln: Eine Trex-Diele mit bis zu 50 Jahren Garantie auf einer Holzlattung wäre eine halbe Lösung.
Sinnvoll ist die Kombination besonders dort, wo später niemand mehr herankommt — bodennahe Aufbauten ohne Belüftung nach unten, Dachterrassen über bewohnten Räumen, Poolumrandungen im Dauerspritzwasser. Genau in diesen Lagen versagt eine Holzunterkonstruktion zuerst.
Sag uns, was du vorhast — Fläche, Untergrund, Höhenunterschied, Gefälle, Belag. Wir rechnen dir Profile, Stelzlager, Zubehör und Belag als Paket durch.