OSB & Sperrholz

Alle gängigen Plattenwerkstoffe für Industrie und Handwerk.

Was sind Plattenwerkstoffe?

Plattenwerkstoffe entstehen, indem Holz zerlegt und neu zusammengesetzt wird. Je feiner die Zerlegung, desto gleichmäßiger die Eigenschaften über die Fläche — und desto weniger bleibt vom ursprünglichen Holzcharakter übrig.

OSB steht für Oriented Strand Board. Lange, flache Späne werden ausgerichtet in mehreren Lagen übereinandergelegt und verklebt. In den Decklagen liegen sie in Plattenlängsrichtung, in der Mittellage quer. Daraus ergibt sich eine hohe Steifigkeit in der Hauptrichtung bei überschaubarem Preis.

Baufurniersperrholz besteht aus mehreren kreuzweise verleimten Lagen Schälfurnier, meist aus Nadelhölzern wie Fichte, Kiefer, Douglasie oder Hemlocktanne. Der kreuzweise Aufbau macht es sehr formstabil und in beide Richtungen tragfähig.

Dazu kommen Spanplatten für den Ausbau und Furnierschichtholz, bei dem die Furniere überwiegend faserparallel liegen und dadurch eine ausgeprägte Tragfähigkeit in Längsrichtung entsteht.

In der Praxis arbeiten Plattenwerkstoffe fast immer mit anderen Sortimenten zusammen: Sie beplanken ein Ständerwerk aus KVH, dienen als Schalung über Brettschichtholz-Trägern oder liegen als Trockenestrich-Untergrund auf Brettsperrholz-Decken.

Vorteile

  • Große Formate. Flächen entstehen in wenigen Arbeitsgängen statt aus vielen Einzelteilen.
  • Gleichmäßige Eigenschaften. Keine Äste, keine Fehlstellen, keine Überraschungen im Zuschnitt.
  • Hohe Aussteifungswirkung. Als Beplankung machen sie aus einem Ständerwerk eine tragfähige Scheibe.
  • Günstig, besonders OSB im Verhältnis zur Fläche.
  • Schnell zu verarbeiten, mit normalem Werkzeug zuzuschneiden.
  • Sperrholz trägt in zwei Richtungen und bleibt dabei ausgesprochen formstabil.
  • Verschiedene Feuchteklassen verfügbar, vom Trockenbereich bis zur zeitweise feuchten Anwendung.

Nachteile

  • Kanten quellen. Dringt Wasser in die Schnittkante ein, bleibt die Aufdickung dauerhaft — sie geht beim Trocknen nicht zurück.
  • Klebstoffanteil. Je nach Plattentyp und Emissionsklasse ein Thema für Innenräume und für den Rückbau.
  • Eingeschränkte Optik. OSB hat einen eigenen Charakter, den man mögen muss; edel wirkt es nicht.
  • Schwer. Großformate sind allein kaum zu bewegen.
  • Werkzeugverschleiß. Klebstoffe stumpfen Sägeblätter und Fräser deutlich schneller ab als Vollholz.
  • Staub beim Zuschnitt, feiner und lästiger als bei Massivholz — Absaugung gehört dazu.
  • Sperrholz ist deutlich teurer als OSB und lohnt sich nur, wo seine Eigenschaften gebraucht werden.
  • Schraubenhaltekraft in der Kante ist begrenzt; Verbindungen müssen darauf abgestimmt werden.

Einsatzbereiche

  • Beplankung und Aussteifung im Holzrahmenbau
  • Dach- und Wandschalungen
  • Untergründe für Trockenestrich und Bodenaufbauten
  • Schalungsbau im Betonbau
  • Möbelkorpusse und Rückwände
  • Messe-, Laden- und Innenausbau
  • Verpackungs- und Kistenbau
  • Tragende Plattenaufgaben mit Sperrholz oder Furnierschichtholz, wo Vollholz zu unruhig wäre

Wo man Plattenwerkstoffe besser vermeidet

  • Bewitterte Bauteile. Auch feuchtebeständig verklebte Platten sind nicht für dauerhafte Bewitterung gemacht.
  • Erdkontakt und Spritzwasserbereiche. Die Kante ist immer die Schwachstelle.
  • Ungeschützte Schnittkanten in feuchter Umgebung. Wer zuschneidet, muss die neue Kante wieder schützen.
  • Hochwertige Sichtflächen. Wo es auf Maserung und Haptik ankommt, führt der Weg zu Massivholz oder furnierten Platten.
  • Räume mit strengen Emissionsanforderungen, ohne dass die Plattenklasse dazu passt.
  • Bauteile mit hoher Belastung an der Kante, etwa stark beanspruchte Verschraubungen in der Stirnseite.